Niedrige Libido – also ein verringertes sexuelles Verlangen – ist etwas, worüber viele Männer ungern sprechen oder sogar nachdenken.
Sexuelles Verlangen, eine gesunde sexuelle Beziehung mit deinem Partner und ein starker Sexualtrieb werden oft damit verknüpft, wie ein Mann sich selbst wahrnimmt.
Wenn du einfach kein Interesse an Sex hast oder Schwierigkeiten hast, eine Erektion zu bekommen oder aufrechtzuerhalten, kann das am Ego nagen.
Mit zunehmendem Alter nimmt der Sexualtrieb auf natürliche Weise ab, weil auch die Testosteronwerte sinken.
Es gibt jedoch noch andere Gründe für einen geringen Sexualtrieb – von genetischen bis zu Lebensstilfaktoren. Manchmal ist die geringe Lust auch ein Symptom einer ernsthafteren körperlichen oder psychischen Erkrankung.
Unabhängig von der Ursache kann es dir helfen, eine Lösung zu finden – und dich wieder auf eine der angenehmsten Seiten des Lebens einzulassen: Sex.
Niedrige Libido: 8 häufige Ursachen
1. Niedriger Testosteronspiegel (Low‑T)
Niedrige Testosteronwerte gehören zu den Hauptursachen für erektile Dysfunktion und eine geringe Libido.
Männer produzieren in der Pubertät und in den frühen 20ern am meisten Testosteron, ab etwa 30 nimmt die Produktion langsam ab.
Ein sinkender Testosteronspiegel bedeutet jedoch nicht, dass du keinen ausgeprägten Sexualtrieb und kein erfülltes Sexleben mehr haben kannst.
Besserer Schlaf, regelmäßige Bewegung und eine ausgewogene Ernährung können deine Gesundheit insgesamt verbessern und den Testosteronspiegel auf natürliche Weise unterstützen.
Es gibt außerdem spezialisierte Kliniken und Praxen, die dich bei einer ergänzenden Hormontherapie beraten können.
2. Stress und psychische Belastung
Sowohl körperliche als auch psychische Faktoren können bei Männern zu einer niedrigen Libido führen.
Ob Arbeitsstress, Alltagsdruck oder Sorgen um die Familie – all das kann sich schnell auf Lust und Intimität auswirken.
Angstzustände und Depressionen können die Hormonproduktion im Körper beeinflussen, einschließlich der Testosteronproduktion.
Viele Menschen mit einer klinischen Depression verlieren zudem das Interesse an Dingen, die ihnen früher Freude gemacht haben – dazu kann auch Sex gehören.
Niedriges Selbstwertgefühl oder ein negatives Körperbild wirken sich ebenfalls auf die Psyche und damit auf die Libido aus.
Auch Medikamente gegen Depressionen und Angststörungen (SSRIs) können Nebenwirkungen wie erektile Dysfunktion und schwächere Orgasmen haben. Wenn du solche Präparate einnimmst, sprich mit deinem Arzt über mögliche Nebenwirkungen.
3. Ungesunde Gewohnheiten
Rauchen – ob Zigaretten oder Marihuana –, Alkoholkonsum und Drogen können deinen Sexualtrieb spürbar beeinflussen.
Es gibt nicht ohne Grund das Klischee zu Whiskey und der Erektion.
Doch nicht nur solche Laster können Libido und Performance beeinträchtigen.
Ungesunde Ernährung und Bewegungsmangel wirken sich ebenfalls auf die Testosteronproduktion und den Sexualtrieb aus.
Wir sagen nicht, dass du dich im Fitnessstudio verausgaben oder superstreng essen musst, um deine Performance wieder auf Kurs zu bringen – aber Maßhalten ist entscheidend, sowohl bei Fastfood als auch bei anderen ungesunden Gewohnheiten.
Außerdem führt eine bessere körperliche Verfassung oft zu mehr Ausdauer im Bett – und zu mehr Kraft für manche sportlicheren Positionen.
4. Nachlassendes Interesse am Partner
Schwierig, aber nicht ungewöhnlich: In einer langfristigen Beziehung kann sich Sex mit der Zeit routiniert anfühlen – die Flitterwochenphase hat ihren Ruf nicht ohne Grund.
Auch die emotionalen und sexuellen Bindungen, die zu Beginn so stark waren, können im Laufe der Zeit nachlassen – Häufigkeit und Leidenschaft nehmen dann ab.
Wenn du das in eurer Beziehung bemerkst, kannst du proaktiv werden.
Je nach euren Vorlieben könnt ihr im Schlafzimmer Neues ausprobieren, um wieder mehr Spannung und Spontaneität zu schaffen – oder mit einer Sexualberatung bzw. einem Paartherapeuten sprechen.
5. Grunderkrankungen
Wir haben bereits erwähnt, wie Stress und psychische Erkrankungen die Libido beeinflussen können; es gibt jedoch auch körperliche Grunderkrankungen, die den Sexualtrieb direkt oder indirekt beeinträchtigen.
Dazu gehören unter anderem:
- Bluthochdruck
- Diabetes
- Erhöhte Cholesterinwerte
- Übergewicht
- Chronische Schmerzen oder Arthritis
- Organversagen
- Krebs
6. Libido-senkende verschriebene Medikamente
Wie bereits erwähnt, können SSRIs libido-senkende Nebenwirkungen haben, aber auch andere Arzneimittel können zu ED führen.
Nahezu jede Art von verschreibungspflichtigem Medikament kann sich auf die sexuelle Gesundheit auswirken, darunter:
- Opioide und verschreibungspflichtige Schmerzmittel
- Kortikosteroide
- ACE-Hemmer und Betablocker bei Bluthochdruck
- Cimetidin und andere Mittel gegen Sodbrennen/Reflux
- Chemotherapie und andere Krebsbehandlungen
- Anabole Steroide
- Ketoconazol und andere Antimykotika
Auch wenn du bei neuen Medikamenten einen Rückgang der Libido bemerkst, setze sie nicht abrupt ab – das könnte deine Gesundheit ernsthaft gefährden.
Sprich stattdessen mit deinem Arzt über deine Bedenken und frage nach alternativen Behandlungen.
7. Vater werden
Auch wenn du nicht derjenige bist, der das Baby austrägt: Kinder können sich ebenfalls auf die Libido auswirken.
Nicht nur der Schlafmangel durch ein Neugeborenes spielt eine Rolle – biologisch gesehen sinkt bei Männern die Testosteronproduktion, nachdem die Partnerin geboren hat. Ihre hormonellen Veränderungen im Wochenbett können sich ebenfalls auf dich auswirken.
Deine Hormonspiegel normalisieren sich jedoch nach und nach wieder. Trotzdem können kleine Kinder die Libido dämpfen – sei es durch Müdigkeit wegen der Betreuung oder weil es schwer ist, ungestört Zeit zu zweit zu finden.
8. Älter werden
Leider gehört ein nachlassender Sexualtrieb zum Älterwerden dazu.
Der Körper produziert mit der Zeit weniger Testosteron.
Auch der allgemeine körperliche Abbau kann es erschweren, Erektionen zu erreichen und zu halten oder überhaupt sexuell aktiv zu sein.
Wenn dein Arzt dein Herz als belastbar genug einschätzt, kannst du nach Medikamenten gegen erektile Dysfunktion oder nach einer Testosterontherapie fragen.
Niedrige Libido? Du bist nicht allein
Niedrige Libido kann sich schnell isolierend anfühlen – aber du bist nicht allein.
Tatsächlich zeigen Studien, dass erektile Dysfunktion und geringe Lust viele Männer über 50 betreffen – und bis zu 26 % der Männer unter 40. Zudem können niedrige Libido und fehlender Sex den Stress erhöhen und die Produktion von Endorphinen – den „Glückshormonen“, die die Stimmung regulieren – verringern.
Wenn du unter geringem Sexualtrieb leidest, sprich mit deinem Arzt – es gibt keinen Grund, dauerhaft mit niedriger Libido zu leben.









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