Meine Herren, unsere Gesellschaft hat sich in vielerlei Hinsicht weiterentwickelt. Das Internet vernetzt uns weltweit, selbstfahrende Autos werden zur Normalität – und wir Männer akzeptieren zunehmend, dass wir unseren ganzen Körper pflegen sollten.
Die Zeiten sind vorbei, in denen man für jeden Quadratzentimeter des Körpers Lava-Seife nutzte und glaubte, kräftiges Schrubben bedeute gute Hautpflege. Heute gibt es Öle, Cremes und Masken für nahezu jede Körperpartie – speziell für Männer.
Bei so vielen Optionen, wo früher nur Rasierer und Deodorants standen, kann der Einstieg einschüchtern. Um es einfacher zu machen, schauen wir uns die Basics an – für eine sinnvolle Manscaping-Routine.
Die positiven Veränderungen, die uns hierher geführt haben
Manscaping, wie wir es heute kennen, unterscheidet sich stark von früher. Das große Angebot an Männerpflege-Produkten ist das Ergebnis von Markt- und Gesellschaftsentwicklungen über Jahrzehnte. Eine offenere Haltung gegenüber individueller Präferenz und der Abbau von Vorurteilen gegenüber Männern, die sich um sich selbst kümmern, haben eine neue Branche geschaffen.
Hochwertige Bartöle und Rasiermesser finden Sie heute bei Target oder bei Ulta – einem Store, der früher hauptsächlich Kosmetik und Pflege für Frauen führte. Mit dem Aufstieg sozialer Medien wurde der Markt für Frauen schnell mit neuen Marken überschwemmt. Unternehmen sahen das Potenzial und begannen, den Männermarkt zu bedienen – mit gut verfügbaren, bezahlbaren Produkten.
Auch der Trend zu einem gesünderen Lebensstil hat die Akzeptanz von Manscaping gefördert. Es geht nicht um Perfektion, sondern darum, das Beste aus dem zu machen, was man hat, und es gut zu pflegen. Nichts ist attraktiver als Selbstvertrauen – und eine tägliche Pflegeroutine kann dabei tatsächlich helfen.
Haut und Haare ganzheitlich besser pflegen
Wichtig ist zunächst die Unterscheidung: Die Gesichtshaut unterscheidet sich deutlich vom Rest Ihres Körpers und benötigt eigene Produkte. Anders als die Haut an Armen oder Knien ist sie dünner, sensibler und im Alltag weniger stark belastet.
Außerdem haben Gesichtshaar und Kopfhaar unterschiedliche Bedürfnisse. Ob man es gern hört oder nicht: Gesichtsbehaarung zählt biologisch zum Schamhaar – ebenso wie das Haar in den Achseln und im Intimbereich.
Fangen wir oben an: Ihre Frisur
Der Hype um den Man Bun ist gekommen und geblieben – und hat die Männerfrisuren insgesamt vielfältiger gemacht. Entscheidend ist jedoch zuerst ein passender Haarschnitt. Es nützt wenig, viele Produkte zu kaufen, wenn die Basis nicht stimmt.
Nach dem Besuch bei Friseur oder Stylist liegt es an Ihnen, das Ergebnis zu erhalten. Unser Körper hält das Haar von Natur aus recht gut in Schuss – aber es ist ein Balanceakt. Zu viel „Build-up“ wirkt ungepflegt, zu häufiges Waschen trocknet das Haar aus und macht es brüchig.
Auch die Kopfhaut kann durch zu häufiges Waschen austrocknen. Die Folge sind Schuppen – harmlos, aber optisch störend. Spezielle Shampoos und Seren können helfen, doch viele Männer vermeiden das Problem bereits, indem sie nicht täglich waschen.
Zeit, das Haar zu stylen
Zum Glück sind Stylingprodukte für Männer ergiebig: Viele Gele und Pomaden benötigen nur eine kleine Menge für den gesamten Kopf. Eine erbsengroße Portion reicht oft – bei längerem Haar ist das der Startpunkt.
Beim Auftragen widerstehen Sie dem Impuls, sofort mit den Fingern vorn durchzufahren. Beginnen Sie im Nacken und arbeiten Sie nach vorn – so vermeiden Sie harte Gelklumpen im Stirnbereich, es sei denn, genau das ist Ihr Look.
Wärme eröffnet zusätzliche Stylingoptionen. Bei längerem Haar lohnt sich das Glätten oder leichte Wellen. Auch Produkte wirken besser, wenn sie zuvor in den Handflächen leicht angewärmt werden – Pomade einfach ein paar Sekunden reiben, dann verteilt sie sich deutlich leichter.
Jetzt ist das Gesicht dran
Wenn es Ihnen wie vielen geht, stand bisher ein 27-in-1-Produkt in der Dusche – angeblich für Haare, Körper, Gesicht, Geschirr und Auto. Solche Produkte trocknen empfindliche Gesichtspartien oft aus und hinterlassen ein gespanntes Gefühl.
Für die Umstellung ist eine Gesichtscreme oder ein Moisturizer in der täglichen Routine essenziell. Die Haut nimmt die Feuchtigkeit dankbar auf und stärkt so ihre Schutzbarriere. Zusätzliche Pluspunkte gibt es für Produkte mit LSF – Sonnenschutz ist unverzichtbar.
Seren sind der nächste Schritt nach der Feuchtigkeitspflege und können gezielt Falten oder Pigmentierung ansprechen. Es gibt auch vielseitige Seren, die – im Gegensatz zu mancher Creme – kein fettiges Gefühl hinterlassen.
Denken Sie daran: Ihr Gesicht ist empfindlich
Erinnern Sie sich an die Lava-Seife: Sie enthält Bimsstein – ideal gegen hartnäckiges Fett und Motoröl, aber nicht für die natürlichen Hautöle im Gesicht.
Reinigen Sie Ihr Gesicht täglich mit einem milden Waschgel, peelen Sie aber nur gelegentlich, zum Beispiel am Wochenende. Zu kräftiges Schrubben macht die Haut sensibler und anfälliger für Sonne und Wind. Wenn Ihnen dennoch etwas „fehlt“, probieren Sie stattdessen eine Maske.
Gesichtsmasken sind wie Apps – es gibt sie für nahezu jedes Bedürfnis. Da Masken länger auf der Haut bleiben, existieren fast alle Pflegearten auch als Masken: von leichten Tuchmasken bis zu porenreinigenden Aktivkohle-Masken zum Auftragen und Abziehen.
Noch einmal zurück zur Gesichtsbehaarung
Zum Abschluss der Grundroutine geht es an Bart und Rasur. Heute wirkt ein gepflegter Vollbart ebenso stilvoll wie eine glatte Rasur – entscheidend ist die saubere Ausführung. Nutzen Sie die Gelegenheit, etwas Neues auszuprobieren.
Eine frisch rasierte Kontur kann den Kiefer betonen – vermeiden Sie jedoch Rasierbrand und Hautirritationen. Ein gut gepflegtes Rasiermesser ist oft eine sehr schnelle, präzise Option und reizt die Haut tendenziell weniger als viele Mehrklingenrasierer.
Nach der Rasur beruhigen ein Öl oder Balsam die Haut. Die Rasur öffnet die Haut und macht sie aufnahmefähiger für Pflege – aber auch trocken und manchmal juckend. Mit etwas Übung gelingt eine saubere Rasur in kurzer Zeit.
Und für Herren mit Bart oder Schnurrbart
Eigentlich gibt es beim Gesichtshaar nur eine falsche Antwort: schlechte Pflege. Jeder hat Styles, die besser passen – Hauptsache, Sie sind zufrieden und es ist ordentlich gemacht. Ein Blick auf Bartwettbewerbe nimmt die Scheu vor neuen Formen.
Schnurrbärte lassen sich meist leichter pflegen als Vollbärte. Für Bärte gibt es eigene Shampoos, Öle und Bürsten. Für den Schnurrbart genügt in der Regel ein gutes Öl – auch für die Haut darunter.
Damit sind die Grundpfeiler des richtigen Manscaping zusammengefasst. Die wichtigsten Punkte:
- Für jede Aufgabe das passende Produkt verwenden
- Nur so oft reinigen, wie nötig – aber täglich mit Feuchtigkeit versorgen
- Trocken ist schlecht, Feuchtigkeit ist gut; bei Öl kommt es auf den Hauttyp an
Solange Sie Ihren Körper nicht wie ein Auto behandeln, bei dem jedes Werkzeug „irgendwie“ funktioniert, sind Sie auf dem richtigen Weg. Haut- und Haarpflege vervollständigen die Selbstfürsorge neben regelmäßiger Bewegung und ausgewogener Ernährung. Gönnen Sie sich jetzt eine gute Gesichtsmaske oder Ihr erstes Peeling.









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