Rimming – umgangssprachlich auch als „ass-eating“, Anilingus oder „tossing the salad“ bezeichnet – galt selbst in den sexuell liberalen 90ern als Tabu. Inzwischen wird es, nicht zuletzt durch Popkultur und Pornografie, zunehmend normalisiert. Das ist positiv: Auch wenn es nicht jedermanns Sache ist, kann Rimming eine sehr intime Erfahrung sein.
Wenn Sie – wie es in Songs oft heißt – „eat the booty like groceries“ möchten, gibt es jedoch ein paar Punkte zu beachten. Sind Sie neugierig, wissen aber nicht, wo Sie anfangen sollen? Hier finden Sie alles Wichtige rund um Anilingus.
Was ist Rimming?
Rimming, auch als Rim Job bezeichnet, ist im Grunde orale Stimulation des Afters. Mit Mund, Lippen und Zunge kann der äußere Analbereich verwöhnt werden; in manchen Fällen dringt die Zunge leicht in den Anus ein. Das kann Teil des Vorspiels sein oder auch für sich allein stehen.
Fühlt sich Rimming gut an?
Auch wenn der After vielleicht nicht Ihr bevorzugtes erogenes Areal ist, ist er reich an Nervenenden und für viele Menschen sehr empfindlich. Zungenstimulation kann daher besondere Empfindungen auslösen, die sich von anderen Formen sexueller Stimulation unterscheiden.
Hinweis: Rimming ist nicht an sexuelle Orientierung oder Geschlechtsidentität gebunden – jede Person kann es geben oder empfangen, unabhängig von der eigenen Sexualität!
Ist Rimming sicher?
Wie bei jeder sexuellen Aktivität gibt es mögliche Risiken. Mit den richtigen Vorsichtsmaßnahmen sollte es jedoch keine Probleme geben:
Hygiene ist entscheidend
Klartext: Sauberkeit ist beim Rimming das A und O. Der After ist Teil der Ausscheidung und kann, wenn er nicht gründlich gereinigt wurde, Bakterien übertragen. Manche Menschen bevorzugen vor allem Spiel rund um den Po eine Spülung („douching“) – dabei wird mit einem speziellen Hilfsmittel Wasser in den Anus eingebracht, um den Enddarm zu reinigen und eventuelle Rückstände zu entfernen. Sorry, aber Sie wollten es ja wissen!
Oft reicht jedoch eine gründliche Dusche (mit besonderer Aufmerksamkeit für den Po-Bereich). Wenn Sie unsicher sind, hilft unser Ratgeber: Vorbereitung auf Analsex.
Lecktücher (Dental Dams)
Ähnlich wie ein Kondom für Oralsex können Lecktücher (dünne, flexible Latextücher) als Barriere zwischen Mund und Anus dienen – das mag sich etwas anders anfühlen, reduziert aber das Risiko einer Übertragung von Infektionen deutlich.
Regelmäßige STI-Tests
Mit einer neuen Partnerin oder einem neuen Partner ist es legitim, auf aktuelle Tests zu achten. Einige STIs wie Syphilis und Herpes können durch Rimming übertragen werden – ein kurzer Blick auf entsprechende Bildersuchen zeigt, dass sich das Gespräch lohnt.
Bei Verletzungen oder Infektionen pausieren
Wenn Sie oder Ihre Partnerperson wunde Stellen, Schnitte oder Infektionen im Mund haben, sollten Sie mit Rimming warten, bis alles abgeheilt ist – sonst kann sich eine Infektion durch Kontakt mit Bakterien aus dem Analbereich verschlimmern.
Rimming in der Praxis: Techniken
Nachdem wir Grundlagen und Sicherheit besprochen haben, geht es um die Technik. Es gibt nicht die eine „richtige“ Art – entscheidend ist, was Ihnen und Ihrer Partnerperson guttut.
Langsam anfangen
Beginnen Sie mit sanften Küssen und leichten Zungenbewegungen rund um den Analbereich. So steigt die Vorfreude, und die empfangende Person kann sich entspannen.
Mit Techniken experimentieren
Probieren Sie unterschiedliche Zungenbewegungen aus – kreisend, auf und ab oder schnelle, kurze Bewegungen. Fragen Sie nach, was sich gut anfühlt, und passen Sie sich an.
Hände mit einbeziehen
Sanftes Massieren der Innenschenkel, Genitalien oder Gesäßbacken kann die Erfahrung intensivieren.
Hygiene danach nicht vergessen
Nach dem Rimming ist gute Mundhygiene wichtig. Wir empfehlen, die Zähne mit einer Einwegzahnbürste zu putzen und den Mund sofort mit einer antibakteriellen Mundspülung auszuspülen.
Mythen und Irrtümer
Zum Schluss noch ein Blick auf einige verbreitete Missverständnisse rund um Rimming:
Mythos 1: Rimming ist schmutzig
Auch wenn der After mit Stuhlgang assoziiert wird: Mit richtiger Hygiene ist Rimming nicht „schmutziger“ als viele andere sexuelle Aktivitäten.
Mythos 2: Nur schwule Männer mögen Rimming
Falsch! Menschen aller Geschlechter und Orientierungen können Rimming genießen. Erinnern Sie sich an Charlotte aus Sex and the City? Sie liebte es, Trey einen Rim Job zu geben. Vorlieben haben nichts mit der sexuellen Orientierung zu tun – lassen Sie sich nicht von überholten Ansichten bremsen.
Mythos 3: Rimming führt immer zu Analsex
Rimming kann eine eigene Aktivität sein oder Teil des Vorspiels – es muss keineswegs zu Penetration führen. Es kann jedoch ein guter Einstieg für alle sein, die Analspiel erkunden möchten, und als Vorspiel zu Analsex dienen, da es den Afterschließmuskel entspannen kann (bei korrekter Anwendung).
Fazit
Wenn Sie Ihrem Liebesleben eine neue Facette geben möchten, kann Rimming einen Versuch wert sein. Eine Mundspülung in Griffweite zu haben, schadet nicht!
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